Immer eineNasenlänge voraus

Durchschnitt ist in Israel nicht gut genug. Die Israelis wollen immer besser werden. Das gilt auch für den Rundballennetzhersteller Tama. Er konnte in der Vergangenheit schon mehrfach mit ielen Innovationen überzeugen.

Im Kibbuz Mashmir Haemek gibt es auch eine Produktionsstätte. (Bilder zvg)
Im Kibbuz Mashmir Haemek gibt es auch eine Produktionsstätte. (Bilder zvg)

STEPHAN SCHMIDLIN TEL AVIV (IL)

Wenn ein Landwirt selber eine Maschine entwickelt, läuft sie in der Regel sehr gut. Denn wenn er schon damit arbeiten muss, will er sich nicht ärgern und achtet darum besonders auf eine gute Funktionalität. Wahrscheinlich ist genau dieser Umstand auch das Erfolgsgeheimnis der israelischen Firma Tama. Sie hat sich auf die Produktion von Rundballennetzen und Bindegarn für Quaderballen spezialisiert. Mit einem Marktanteil von über 50% ist Tama Weltmarktführer in diesem Segment. Doch ist der Eigentümer von Tama der KibbuzMishmarHaemek, und traditionsgemäss hat ein Kibbuz landwirtschaftliche Wurzeln. Dementsprechend bewirtschaftet auch Mishmar Haemek einen Landwirtschaftsbetrieb mit einer Ackerfläche von 1170 ha und extensiverWeidefläche von 2800 ha.

Von Praktikern getest

Revolution bei der Baumwollernte . Mit der RMW-Folie werden 5 Schritte gespart


Zur Entwicklung neuer
Produkte arbeiten die Entwick- lungsingenieure sehr eng mit dem Landwirtschaftsbetrieb zusammen,
wobei alle Neuhei- ten zuerst ausführlich auf dem eigenen Betrieb getestet werden, und erst wenn
auch die Praktiker von Mishmar Haemek mit dem Produkt zu- frieden sind, wird es im Markt lanciert.

Mit dem Rundballennetz B-Wrap können die Ballen draussen bleiben. Das neue LSB-Garn bietet 25%mehrGarn auf der Rolle.
Mit dem Rundballennetz B-Wrap können die Ballen draussen bleiben. Das neue LSB-Garn bietet 25%mehrGarn auf der Rolle.

Der Kibbuz Mishmar Haemek
gründete Tama 1950.Zuerst produzierte Tama Bindegarn für Hochdruckpressen und andere Gegenstände aus Kunststoff wie zum Beispiel Kartoffelsäcke. Mit der
Revolution der Rundballen pressen hat man die Produktion angepasst und sich auf Rundballennetze spezialisiert. Inzwischen beschäftigt Tama 1350 Mitarbeiter an 17 verschiedenen Standorten auf der ganzenWelt.Tama verarbeitet jährlich 70000 Tonnen Rohmaterial zu Netzen,Bindegarn und Folie. 2014 hat Tama einen Umsatz von 420 Millionen Euro.

Innovationsführerschaft

Schon von der Mentalität hergeben sich die Israelis mit Durchschnitt nicht zufrieden.Mit allem, was sie machen, wollen sie sich auch verbessern.
Diese Eigenschaft spürt man auch bei Tama. So hat zum Beispiel
Tama als erster Hersteller die letztenMeter auf einer Rolle Rundballennetz mit einem roten
Streifen versehen. Dieser signalisierte dem Fahrer, dass er
schon bald die Rolle tauschen muss. Heute gehört dieser rote Streifen bei allen Herstellern zumStandard. 2014 entwickelte Tama ein Netz für bessere Heuqualität.
So können nicht alle Landwirte ihr Heu in einer Scheune lagern. Damit aber auch sie ihren Tieren eine gutes Raufutter anbieten können, hat Tama gemeinsam mit John Deere das Netz B-Wrap auf dem Markt gebracht. Bei diesem Netz ist eine luft-, aber nicht wasserdurchlässige Folie aufgezogen. Damit bleibt das Heu auch unter freiem Himmel trocken und kann die Qualität mindestens zwei Jahre erhalten

Revolution bei der Baumwollernte . Mit der RMW-Folie werden 5 Schritte gespart
Revolution bei der Baumwollernte . Mit der RMW-Folie werden 5 Schritte gespart

Baumwollenrundballen

Eine andere Innovation ist die Rundballenfolie RMW. Sie wurde ebenfalls mit John Deere
entwickelt und kommt bei der Baumwollernte zum Einsatz. Mit dieser Folie kann das Erntefahrzeug
die Baumwolle in einem Arbeitsgang zu einer grossen,fast fünf Tonnen schweren Rundballe formen. Das ist fast
eine Revolution, da damit bis zu fünf Arbeitsschritte eingespart werden können. Das jüngste Kind aus der
Ideenschmiede von Tama ist das Bindegarn LSB für Quaderballenpressen. Bei diesemGarn hat
es Tama erreicht, unter Berücksichtigung der gleichen Reissqualität bis zu 25% an Gewicht

und Volumen einzusparen. Somit ist auf einer Rolle 25%mehr Garn, und sie muss dadurch auch weniger gewechselt werden.

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